Ein Stein, der bewegt: Neuer Gedenkstein erinnert an die Gründung freier Schulen nach der Friedlichen Revolution
Skulptur „Immer wieder montags…“ wird am 9. Oktober zwischen Peterskirche und Evangelischem Schulzentrum Leipzig eingeweiht
Leipzig, 7. Oktober 2026. 35 Jahre nach der Gründung des Evangelischen Schulzentrums Leipzig entsteht zwischen Peterskirche und Schulzentrum ein neuer Ort, der an die Friedliche Revolution und ihren Aufbruch zu einer demokratischen Bildungslandschaft erinnert. Am Freitag, 9. Oktober 2026, wird die Skulptur „Immer wieder montags…“ des Bildhauers Florian Peteranderl gemeinsam mit dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung eingeweiht.
Die Skulptur erinnert an die Montagsdemonstrationen des Herbstes 1989 und zugleich an einen Aufbruch, der weit über die Demonstrationen hinausging: Im Zuge der Friedlichen Revolution wurden auch Forderungen nach einer freien und selbstbestimmten Bildung laut. Das Evangelische Schulzentrum Leipzig entstand 1991 als eine der freien Schulen, die aus diesem gesellschaftlichen Aufbruch hervorgingen.
„Die Friedliche Revolution hat Räume für Veränderung geschaffen – auch in der Bildung. Freie Schulen waren Ausdruck des Wunsches, Schule und Gesellschaft demokratisch und eigenverantwortlich zu gestalten. Daran soll dieser Ort erinnern und nicht nur das. Die Schülerinnen und Schüler mögen diesen Ort für sich entdecken und ihn beleben. Der Stein erinnert an 1989 und kann Stein des Anstoßes sein, heute und morgen“, sagt Gesine Oltmanns, Ehrenvorsitzende der Stiftung Friedliche Revolution und Initiatorin des Projektes.
„Immer wieder montags…“ wurde von Florian Peteranderl bereits 2009 während eines Kunst-Pleinairs zum 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution geschaffen. Die aus Rochlitzer Porphyr gefertigte Skulptur erinnert in ihrer Form an ein Schiff – und wird damit zu einem passenden Symbol für das Evangelische Schulzentrum, das sich selbst als „Schulschiff“ versteht. Für den neuen Erinnerungsort wurde eine bildhauerische Replik aus dem gleichen Material angefertigt.
Der Standort zwischen Peterskirche und Evangelischem Schulzentrum ist dabei bewusst gewählt. Die Kirchen waren zentrale Orte des gesellschaftlichen Wandels in der DDR. Die Peterskirche spielte zudem bei der Gründung des Evangelischen Schulzentrums eine wichtige Rolle. Der neue Erinnerungsort verbindet damit einen historischen Ort der Friedlichen Revolution mit der Geschichte einer Schule, die aus diesem Aufbruch entstanden ist.
Die Realisierung des Erinnerungsortes wurde durch die Förderung der Barbara-Schadeberg-Stiftung, der Evangelischen Schulstiftung der EKD, dem Verein der Freunde und Förderer des Evangelischen Schulzentrums e.V. und privaten Spenden ermöglicht. Das Projekt wurde von der Stiftung Friedliche Revolution, dem Evangelische Schulzentrum und der Peterskirche gemeinsam umgesetzt.
Einweihung des Erinnerungsortes „Immer wieder montags…“
Freitag, 9. Oktober 2026, 12:00 bis 13:00 Uhr
Schletterstraße 5, Leipzig
Schulhof und Grünfläche zwischen Peterskirche und Evangelischem Schulzentrum
Die Einweihung findet am Leipziger Gedenktag zur Friedlichen Revolution am 9. Oktober statt. Neben dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung werden Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung Friedliche Revolution, des Evangelischen Schulzentrums, der Peterskirche sowie Schülerinnen und Schüler anwesend sein. Zudem werden unter den Gästen Vertreter und Vertreterinnen von Freien Schulen erwartet, um die gemeinsamen Wurzeln zu feiern.
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